Terminplanung als Hebamme: Touren, Puffer und ruhige Tage

Dein Kalender sieht anders aus als der einer Praxis mit festen Sprechzeiten. Hausbesuche verteilen sich über Stadtteile und Dörfer, Kurse liegen oft am Abend, und eine Geburt hält sich an keinen Plan. Gute Terminplanung heißt für dich deshalb nicht, jede Lücke zu füllen. Sie heißt, Wege zu bündeln, ehrlich Luft zu lassen und die Tage zu schützen, an denen du auf Abruf bist. In diesem Beitrag findest du Faustregeln für Touren, Puffer und Bereitschaft, dazu am Ende einen kurzen Blick darauf, was dir uwupa davon abnimmt.
Touren planen: Wege bündeln statt kreuz und quer
Viel Zeit frisst im Wochenbett nicht der Besuch selbst, sondern die Fahrt dazwischen. Sortiere deine Besuche darum nach Wohngegend, nicht nach der Reihenfolge, in der die Anfragen kamen. Viele Hebammen fahren mit festen Gebietstagen gut: montags und donnerstags der Norden, dienstags und freitags der Süden. Neue Betreuungen nimmst du dann bevorzugt so an, dass sie in deine bestehenden Wege passen.
Im frühen Wochenbett geht das nur begrenzt. Es beginnt mit dem Tag der Geburt und endet am zehnten Lebenstag, und in dieser Zeit richtest du dich nach dem Bedarf der Familie, nicht nach deiner Tourenlogik. Im späten Wochenbett, das bis zur vollendeten zwölften Lebenswoche reicht, werden die Abstände größer. Genau dort lohnt es sich, Besuche aktiv auf deine Gebietstage zu legen.
Zum Geld: Der Vertrag mit den Krankenkassen erstattet dir je Hilfeleistung Wegegeld für Strecken bis 25 Kilometer, abrechenbar ist die kürzest mögliche Strecke. Längere Wege bis 50 Kilometer gehen nur in besonderen Fällen, etwa rund um eine geplante Hausgeburt. Besuchst du mehrere Frauen auf einem Weg, wird die Gesamtstrecke durch die Anzahl der Frauen geteilt und anteilig abgerechnet. Eine gebündelte Tour bringt dir also vor allem Zeit, nicht mehr Wegegeld. Wie du das im Einzelnen abrechnest, liest du unter Wegegeld berechnen.
Puffer einplanen: dein Tag läuft selten wie gedacht
Ein Besuch, bei dem das Stillen gerade schwierig wird oder das Kind kaum zunimmt, dauert so lange, wie er dauert. Wenn du deine Besuche ohne Luft aneinanderreihst, schiebt der erste lange Besuch den ganzen Tag vor sich her, und ab mittags fährst du allen Uhrzeiten hinterher. Drei Faustregeln haben sich bewährt:
- Plane nach schwer kalkulierbaren Besuchen bewusst eine Lücke ein, zum Beispiel nach dem ersten Besuch bei einer frisch aus der Klinik entlassenen Familie.
- Plane rückwärts von festen Terminen. Steht am Abend ein Kurs, endet deine Tour so, dass du ohne Eile ankommst.
- Halte einen halben Tag in der Woche besuchsarm. Er fängt Verschiebungen und spontane Zusatzbesuche auf, und wenn nichts passiert, gehört er dir.
Nenne Familien lieber Zeitfenster statt exakter Uhrzeiten, etwa im Laufe des Vormittags. Das nimmt dir Druck und erspart dir Entschuldigungsnachrichten vom Straßenrand.
Bereitschaft schützen: ruhige Tage bewusst freihalten
Wenn du Geburten begleitest oder rund um errechnete Termine auf Abruf bist, plane diese Wochen anders als gewöhnliche Wochen. Enge Terminketten und Rufbereitschaft vertragen sich nicht. Lege in solche Wochen nur Termine, die du kurzfristig verschieben kannst, und sag den Frauen vorher offen, dass ein Besuch wegen einer Geburt wandern kann. Fast alle verstehen das.
Nachtarbeit wird gesondert vergütet: Für Leistungen zur Nachtzeit, die im Vertrag als die Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr festgelegt ist, an Samstagen ab 12 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen gibt es eigene, höher bewertete Positionen. Mehr dazu findest du unter Zuschläge abrechnen. Was die Vergütung aber nicht regelt, ist der Tag danach. Halte nach einer nächtlichen Geburt den folgenden Vormittag frei oder lege dort nur verschiebbare Besuche hin. Ein leerer Vormittag, den du doch nutzen kannst, ist besser als drei Absagen mit schlechtem Gewissen.
Kurse und Besuche entzerren
Kurse sind feste Anker, weil sie über Wochen am selben Ort zur selben Zeit stattfinden. Nutze das: Lege deine Kurstage fest und plane die Besuchstouren um sie herum, nicht umgekehrt. Ein Rückbildungskurs am Vormittag verträgt sich gut mit einer kurzen Tour am Nachmittag im selben Gebiet. Ein Geburtsvorbereitungskurs am Abend verträgt sich schlecht mit einer langen Tour, die erfahrungsgemäß überzieht.
Ein Punkt, der bei der Ortswahl oft übersehen wird: Für Wege zu Kursen und Sprechstunden in Einrichtungen bekommst du kein Wegegeld. Ein Kursort nah an deiner Wohnung oder an deinem Besuchsgebiet spart dir also unbezahlte Kilometer, Woche für Woche.
Erinnerungen: weniger vergessene Termine, weniger Leerlauf
Ein vergessener Hausbesuch kostet dich doppelt: die Anfahrt und die Lücke, in der eine andere Familie Platz gehabt hätte. Eine kurze Erinnerung vor dem Termin senkt die Zahl solcher Ausfälle spürbar. Genauso wichtig: Mach Absagen einfach. Wer sich traut, früh abzusagen, gibt dir die Chance, die Lücke noch zu füllen. Wie du Anfragen und Buchungen von vornherein digital einsammelst, mit eigener Buchungsseite und Vermittlungsprofil, liest du im Beitrag Online buchbar werden.
Was uwupa dir dabei abnimmt
uwupa zeigt dir Besuche, Kurse und deine übrigen Termine in einem Kalender und als Tagesplan für den einzelnen Tag. Deine Termine kannst du zusätzlich in den Kalender deines Telefons einbinden. Auf Wunsch erinnert uwupa deine Frauen vor dem Termin per E-Mail, jede Frau entscheidet dabei selbst, ob sie das möchte. Für die Wege führst du das Fahrtenbuch direkt mit, sodass Besuchstag und Strecke zusammenpassen. Die Tourenreihenfolge selbst planst du weiterhin mit deiner Ortskenntnis, das nimmt dir keine Software ab. Aber du siehst jeden Morgen auf einen Blick, wer heute dran ist und wie viel Luft dein Tag noch hat.
Häufige Fragen
Wie plane ich als Hebamme meine Hausbesuchstouren sinnvoll?
Bekomme ich das volle Wegegeld, wenn ich mehrere Frauen auf einer Tour besuche?
Welche Zeiten gelten im Hebammenhilfevertrag als zuschlagsfähig?
Wie viel Puffer sollte ich zwischen Hausbesuchen einplanen?
Das nimmt dir uwupa ab
Den Papierkram dahinter übernimmt uwupa: Du hältst deine Besuche fest, die fertige Rechnung für die Kasse entsteht daraus. Abbuchung erst nach dem Test, monatlich kündbar.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Beratung. Maßgeblich ist der jeweils geltende Vertragsstand des Hebammenhilfevertrags nach § 134a SGB V.
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