Schwangere Hebamme: Mutterschutz und Eigenschutz
KIERZEUGTAls freiberufliche Hebamme arbeitest du nah an Blut und Sekreten, oft nachts, in Bereitschaft und allein. Bist du selbst schwanger, lohnt ein bewusster Blick auf deinen Eigenschutz. Eines vorweg: Das Mutterschutzgesetz schützt vor allem angestellte Frauen. Als selbstständige Hebamme ohne eigene Anstellung bist du davon rechtlich nicht erfasst. Der Schutz liegt damit in deiner Hand. Dieser Beitrag sammelt die wichtigsten Punkte ruhig zusammen. Er ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung.
Wo die Risiken liegen
- Infektionen: Manche Erreger sind in der Schwangerschaft für das Kind gefährlich, etwa Zytomegalie (CMV), Röteln, Windpocken und Hepatitis. Kläre deinen Immunstatus früh mit deiner Frauenärztin.
- Nähe zu Blut und Sekreten bei Geburt und Wochenbett: Schutzausrüstung tragen, auf Nadelstichschutz achten.
- Nacht- und Bereitschaftsdienste: Lange Wachzeiten, wenig Schlaf und Stress belasten zusätzlich.
- Alleinarbeit bei Hausgeburt und Hausbesuch: Erreichbarkeit und Notfallkette vorher klären.
- Heben und Tragen: rückenschonend arbeiten, an Tasche, Lagerung und Pausen denken.
Was du tun kannst
- Immunstatus und mögliche Einschränkungen früh mit deiner Frauenärztin besprechen.
- Heikle Tätigkeiten anpassen oder zeitweise an eine Kollegin abgeben.
- Eine Vertretung organisieren, damit du Bereitschaft und Nachtdienste reduzieren kannst.
- Die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) zur Beratung nutzen.
Wie du eine Vertretung regelst, liest du im Beitrag zu Hebammen im Praxisverbund.
Wie uwupa dich unterstützt
uwupa gibt dir keine Rechtsberatung. Aber im Qualitätsmanagement, das zum Tarif Pro gehört, findest du eine Gefährdungsbeurteilung in der Kategorie Arbeitsschutz. Dort kannst du deine Schutzmaßnahmen festhalten und einmal im Jahr prüfen. So hast du deine Überlegungen schriftlich beisammen, auch als Grundlage für das Gespräch mit deiner Frauenärztin oder der BGW. Was das Qualitätsmanagement für Hebammen sonst umfasst, liest du im eigenen Beitrag.
Häufige Fragen
Gilt das Mutterschutzgesetz (MuSchG) für selbstständige Hebammen?
Welche Infektionen sind in der Schwangerschaft für Hebammen besonders heikel?
Wer berät mich zum Arbeitsschutz in der Schwangerschaft?
Das nimmt dir uwupa ab
Den Papierkram dahinter übernimmt uwupa: Du hältst deine Besuche fest, die fertige Rechnung für die Kasse entsteht daraus. Abbuchung erst nach dem Test, bei monatlicher Zahlweise jeden Monat kündbar.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Verbindliche Antworten zu deiner Situation geben dir deine Steuerkanzlei, dein Berufsverband oder eine unabhängige Beratung. Wo der Beitrag Regeln des Hebammenhilfevertrags nach § 134a SGB V wiedergibt, ist der jeweils geltende Vertragsstand maßgeblich.
Quellen dieses Beitrags:
- § 1 Mutterschutzgesetz (Anwendungsbereich, Schutz für Beschäftigte)
Weiterlesen
Hebammen im Praxisverbund: Vertretung und Software
Vertretungsgruppe, geteilte Räume oder gemeinsames Abrechnungs-IK: Zu mehreren arbeiten heißt sehr Verschiedenes. Was der Vertrag von deiner Vertretungsregelung verlangt und was eine Software dabei leisten kann.
Weiterlesen
Berufshaftpflicht HebammeBerufshaftpflicht für Hebammen: Kosten und Ausgleich
Ohne Berufshaftpflicht keine Freiberuflichkeit. Was mit und ohne Geburtshilfe versichert sein muss, wovon der Beitrag abhängt, wie der Ausgleich der Haftpflichtkosten läuft und welche Versicherungen sonst noch zur Freiberuflichkeit gehören.
Weiterlesen
QM HebammeQualitätsmanagement für Hebammen: was Pflicht ist
Ein QM-System ist für Vertragshebammen Pflicht, keine Kür. Welche Fristen ab dem Beitritt laufen, was dokumentiert sein muss und wie der Nachweis abläuft.
Weiterlesen