Wochenbett vorbereiten: Deine Checkliste für die erste Zeit

Im Wochenbett gehören deine Kraft und deine Aufmerksamkeit dir und deinem Kind. Dein Körper erholt sich von der Geburt, ihr lernt euch kennen, das Stillen spielt sich ein. Alles andere darf warten. Damit das wirklich gelingt, bereitest du die erste Zeit am besten schon in der Schwangerschaft vor. Diese Checkliste führt dich durch die wichtigsten Punkte: Vorräte, Ausstattung, Hilfe, Besuch und die rechtzeitige Suche nach deiner Hebamme.
Vorräte anlegen: Essen und Haushalt
In den ersten Wochen hast du selten Zeit und noch seltener Lust zu kochen. Gleichzeitig braucht dein Körper jetzt gutes Essen, gerade wenn du stillst. Was du vorher einlagerst, musst du nachher nicht besorgen.
- Koche in den letzten Schwangerschaftswochen doppelte Portionen und friere die Hälfte ein. Eintöpfe, Suppen und Aufläufe halten sich gut und sind schnell warm gemacht.
- Lege einen Grundvorrat an haltbaren Lebensmitteln an, etwa Nudeln, Reis, Haferflocken, Konserven, Nüsse und Trockenfrüchte.
- Denke an Kleinigkeiten für zwischendurch, denn Stillen macht hungrig und vor allem durstig.
- Fülle Haushaltsvorräte auf: Toilettenpapier, Wasch- und Spülmittel, Müllbeutel, Taschentücher.
- Prüfe, ob ein Lieferdienst für Lebensmittel zu euch fährt, und richte den Zugang schon vor der Geburt ein.
Was für dich ins Haus gehört
Für dich selbst brauchst du weniger, als lange Einkaufslisten oft behaupten. Ein paar Dinge machen die ersten Wochen aber deutlich angenehmer.
- Wochenbetteinlagen oder große, weiche Binden für den Wochenfluss, dazu bequeme Unterwäsche, die etwas aushalten darf.
- Bequeme Kleidung, in der du dich wohlfühlst und die beim Stillen praktisch ist, dazu warme Socken.
- Stilleinlagen, wenn du stillen möchtest. Ob du darüber hinaus etwas brauchst, besprichst du am besten mit deiner Hebamme, bevor du viel Geld ausgibst.
- Eine große Trinkflasche und ein paar Vorräte in Reichweite deines Lieblingsplatzes.
- Etwas für die Seele: ein Buch, Zeitschriften oder eine Liste mit Hörbüchern für lange Stillnächte.
Was dein Kind in den ersten Wochen braucht
Neugeborene brauchen erstaunlich wenig: Nähe, Wärme, Milch und trockene Windeln. Diese Grundausstattung reicht für den Anfang.
- Windeln in der kleinsten Größe und weiche Waschlappen oder Feuchttücher für den Wickelplatz.
- Kleidung in den kleinsten Größen, je nach Jahreszeit wärmer oder leichter. Wasche alles einmal, bevor dein Kind es trägt.
- Ein sicherer Schlafplatz, etwa ein Beistellbett mit fester Matratze und einem passenden Schlafsack, ohne Kissen und lose Decken.
- Eine Babyschale für das Auto, wenn ihr eines nutzt, am besten schon vor der Geburt eingebaut und ausprobiert.
- Fläschchen, Sauger und Anfangsnahrung nur, wenn du nicht oder nicht ausschließlich stillen möchtest.
Alles andere kann warten. Was wirklich fehlt, merkt ihr in den ersten Tagen, und vieles lässt sich dann liefern oder vom Besuch mitbringen lassen.
Hilfe organisieren und Besuch regeln
Das Wochenbett trägt sich leichter zu mehreren. Kläre vor der Geburt, wer euch in den ersten Wochen den Rücken freihält.
- Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin ab, wer wann zu Hause ist und den Alltag übernimmt.
- Nimm angebotene Hilfe an und mach sie konkret: einkaufen, kochen, Wäsche waschen, das große Geschwisterkind betreuen. Wer fragt, bekommt eine Aufgabe.
- Legt Besuchsregeln fest, bevor das Kind da ist: wer früh kommen darf, wer noch ein paar Wochen wartet und wie lange Besuch bleibt.
- Ein bewährter Maßstab: Besuch, der etwas mitbringt, mit anpackt und von selbst wieder geht, ist willkommen. Besuch, der bewirtet werden möchte, darf warten.
- Verabredet ein Zeichen, mit dem du einen Besuch freundlich beenden kannst, wenn du müde bist.
Und zur Erinnerung: Du musst niemandem dein Kind in den Arm geben, und für eine unaufgeräumte Wohnung musst du dich nicht rechtfertigen.
Ruhe planen und Papierkram vorziehen
Eine alte Faustregel sagt: eine Woche im Bett, eine Woche am Bett, eine Woche ums Bett. Nimm sie nicht wörtlich, aber ernst. Plane die ersten Wochen bewusst leer und trage keine Termine ein, die nicht sein müssen. Richte dir ein bis zwei bequeme Plätze ein, an denen du liegen, stillen und dösen kannst, mit allem in Reichweite: Wasser, etwas zu essen, Stilleinlagen, Windeln und ein Ladekabel.
Diese Unterlagen bereitest du vor
- Den Antrag auf Elterngeld so weit wie möglich ausfüllen, es fehlt dann nur noch die Geburtsurkunde.
- Unterlagen für die Geburtsanzeige beim Standesamt bereitlegen, etwa eure Geburtsurkunden und die Eheurkunde, falls vorhanden.
- Die Anmeldung deines Kindes bei der Krankenkasse und den Antrag auf Kindergeld vorbereiten.
- Falls ihr nicht verheiratet seid: Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung lassen sich schon in der Schwangerschaft regeln.
Deine Hebamme rechtzeitig sichern
Der wichtigste Punkt der Liste kommt zum Schluss, weil er am frühesten dran ist. Eine Hebamme besucht dich nach der Geburt zu Hause und begleitet dich bis zum Ende der zwölften Lebenswoche deines Kindes, bei Still- oder Ernährungsfragen auch darüber hinaus. Die Kosten übernimmt deine Krankenkasse. Was die Hebamme dabei alles für dich und dein Kind tut, liest du im Beitrag zur Wochenbettbetreuung zu Hause.
Beginne die Suche so früh wie möglich, denn Hebammen sind vielerorts schnell ausgebucht. Frag mehrere gleichzeitig an und leg dich erst fest, wenn eine zusagt. Ein Startpunkt ist die Hebammensuche: Dort suchst du kostenlos nach Ort und Leistung und stellst eine unverbindliche Anfrage. Ehrlich gesagt ist das Verzeichnis noch jung und nicht in jeder Region gut gefüllt. Auch die Suche deines Hebammenverbands und die Vermittlung deiner Krankenkasse helfen dir weiter.
Häufige Fragen
Wann sollte ich anfangen, das Wochenbett vorzubereiten?
Was brauche ich wirklich für das Wochenbett?
Wie lange dauert das Wochenbett?
Wie viel Besuch ist im Wochenbett in Ordnung?
Zahlt die Krankenkasse die Hebamme im Wochenbett?
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Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine ärztliche oder hebammenkundliche Beratung. Bei Fragen zu deiner persönlichen Situation wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme.
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