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Erstgespräch Hebamme

Erstgespräch mit der Hebamme: Diese Fragen lohnen sich

Zwei Tassen Tee und ein Notizbuch auf einem hellen Holztisch, im Hintergrund ein fliederfarbenes Sofa.

Du hast eine Hebamme gefunden, die vielleicht Zeit für dich hat, und jetzt steht das erste Gespräch an. Viele Schwangere gehen mit einem Kribbeln in diesen Termin: Was wird gefragt, was solltest du selbst fragen, und legst du dich damit schon fest? Die kurze Antwort: Das Erstgespräch ist ein Kennenlernen. Es hilft euch beiden herauszufinden, ob ihr zueinander passt. Hier liest du, wie das Gespräch abläuft, welche Fragen sich lohnen und was die Hebamme von dir wissen möchte.

So läuft das Erstgespräch ab

Das Erstgespräch findet bei dir zu Hause, in den Räumen der Hebamme oder per Video statt. Ihr lernt euch kennen, die Hebamme stellt sich und ihre Arbeitsweise vor, und ihr sprecht darüber, welche Begleitung du dir für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett wünschst. Der Hebammenhilfevertrag, der seit November 2025 gilt, beschreibt genau diesen Erstkontakt: Die Hebamme legt eine Akte für dich an, erhebt eine Anamnese, erläutert dir den Behandlungsvertrag und informiert dich darüber, welche Leistungen die gesetzliche Krankenkasse übernimmt und was sie selbst davon anbietet.

Bist du gesetzlich versichert, kostet dich das Gespräch in aller Regel nichts, denn Beratung in der Schwangerschaft gehört zur Hebammenhilfe, die deine Kasse übernimmt. Eine ärztliche Überweisung brauchst du nicht. Plane in Ruhe etwas Zeit ein und nimm gern eine vertraute Person mit, wenn dir das lieber ist.

Diese Fragen lohnen sich

Du musst keinen Fragenkatalog abarbeiten, und vieles spricht die Hebamme von selbst an. Ein paar Punkte solltest du aber klären, weil sie später im Alltag den Unterschied machen.

Erreichbarkeit

  • Wie erreiche ich dich am besten, per Telefon oder per Nachricht?
  • Zu welchen Zeiten darf ich mich melden, und wie schnell antwortest du in der Regel?
  • An wen wende ich mich abends, am Wochenende oder wenn es mir plötzlich nicht gut geht?

Eine freiberufliche Hebamme ist nicht rund um die Uhr erreichbar, und das ist normal. Wichtig ist, dass du vorher weißt, was in dringenden Fällen gilt: wann du die Hebamme anrufst, wann die Frauenärztin die richtige Anlaufstelle ist und dass in Notfällen immer die 112 gilt.

Vertretung

  • Wer vertritt dich im Urlaub oder bei Krankheit?
  • Lerne ich die Vertretung vorher kennen?
  • Arbeitest du mit Kolleginnen zusammen, etwa in einer Gemeinschaftspraxis?

Gerade rund um deinen errechneten Termin und in den ersten Tagen des Wochenbetts ist eine geregelte Vertretung Gold wert. Eine Hebamme, die hier eine klare Antwort hat, nimmt dir viel Unsicherheit.

Leistungen

  • Bietest du Vorsorgeuntersuchungen an, allein oder im Wechsel mit meiner Frauenärztin?
  • Hilfst du bei Schwangerschaftsbeschwerden, auch kurzfristig?
  • Wie lange begleitest du mich im Wochenbett, und wie oft kommst du zu Beginn?
  • Berätst du beim Stillen, auch wenn es länger dauert?
  • Begleitest du Geburten, etwa zu Hause oder als Beleghebamme in der Klinik?

Nicht jede Hebamme bietet alles an, und das ist in Ordnung. Die Wochenbettbetreuung ist die zentrale Leistung, denn sie trägt dich bis zwölf Wochen nach der Geburt, bei Stillfragen auch länger. Wie sie genau aussieht, liest du im Beitrag zur Wochenbettbetreuung zu Hause. Planst du eine Haus- oder Beleggeburt, frag früh nach, denn dafür braucht die Hebamme deutlich mehr Vorlauf.

Kurse

Viele Hebammen geben auch Kurse, vor Ort oder per Video. Für einen Geburtsvorbereitungskurs in der Gruppe übernimmt die gesetzliche Kasse bis zu 14 Stunden, für einen Rückbildungskurs in der Gruppe bis zu zehn Stunden, wenn die Stunden bis zum Ende des neunten Monats nach der Geburt stattfinden. Frag deshalb, ob deine Hebamme Kurse anbietet, wann sie beginnen und ob du dich dafür getrennt anmelden musst. Wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, erklärt der Beitrag zum Geburtsvorbereitungskurs.

Was die Hebamme von dir wissen will

Das Erstgespräch ist keine Prüfung. Die Hebamme braucht aber ein paar Angaben, um einzuschätzen, welche Begleitung du brauchst. Dafür stellt sie dir Fragen zu deiner Gesundheit und deiner Schwangerschaft, das nennt sich Anamnese. Üblich sind zum Beispiel:

  • dein errechneter Termin und der bisherige Verlauf der Schwangerschaft
  • frühere Schwangerschaften und Geburten und wie sie verlaufen sind
  • Vorerkrankungen, Medikamente und Allergien
  • deine Wünsche für Geburt, Wochenbett und Stillzeit
  • deine Krankenkasse, weil die Hebamme ihre Leistungen direkt mit ihr abrechnet

Bring deinen Mutterpass mit, wenn du ihn schon hast, dazu deine Versichertenkarte. Alles, was du der Hebamme erzählst, unterliegt ihrer Schweigepflicht. Und wenn dir eine Frage unangenehm ist, darfst du das sagen. Eine gute Hebamme erklärt dir, wofür sie eine Angabe braucht.

Das Kennenlernen ist unverbindlich

Mit dem Erstgespräch legst du dich nicht fest. Verbindlich wird die Betreuung erst, wenn ihr euch einig seid, meist mit einem Behandlungsvertrag, den dir die Hebamme in Ruhe erklärt. Du darfst ihn lesen, Fragen stellen und auch eine Nacht darüber schlafen. Genauso entscheidet die Hebamme, ob sie dich annehmen kann, denn ihre Plätze sind begrenzt.

Hör auf dein Bauchgefühl. Du vertraust dieser Person in einer sehr besonderen Zeit, da darf die Chemie eine Rolle spielen. Passt es nicht, sag freundlich ab und such weiter, das nehmen Hebammen niemandem übel. Wichtig ist nur, dass du zeitnah Bescheid gibst, wenn du dich anders entscheidest, damit der Platz für eine andere Frau frei wird.

Rechtzeitig anfragen lohnt sich

Je früher du suchst, desto größer ist die Auswahl, denn Hebammen sind vielerorts schnell ausgebucht. Frag am besten mehrere Hebammen gleichzeitig an und führe das Erstgespräch, sobald eine Zeit für dich hat. Wann du dich am besten meldest, liest du im Beitrag Hebamme finden: wann du dich anmeldest. Ein Startpunkt für die Suche ist die Hebammensuche auf dieser Seite: Dort suchst du nach Ort und Leistung und stellst eine unverbindliche Anfrage, kostenlos und ohne Anmeldung. Das Verzeichnis ist allerdings noch jung und nicht in jeder Region gut gefüllt. Ob es passt, entscheidet ihr dann gemeinsam, im Erstgespräch.

Häufige Fragen

Was kostet das Erstgespräch mit der Hebamme?
Für gesetzlich Versicherte kostet das Erstgespräch in aller Regel nichts. Es gehört als Erstkontakt zur Hebammenhilfe nach dem Hebammenhilfevertrag (§ 134a SGB V), die Hebamme rechnet die Beratung in der Schwangerschaft direkt mit der Krankenkasse ab. Eine ärztliche Überweisung brauchst du nicht. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung und reichen sie bei ihrer Versicherung ein.
Wann sollte ich das Erstgespräch mit der Hebamme führen?
So früh wie möglich, viele Schwangere vereinbaren es schon im ersten Schwangerschaftsdrittel. Hebammen sind vielerorts früh ausgebucht, besonders für die Wochenbettbetreuung. Frag deshalb mehrere Hebammen gleichzeitig an und führe das Kennenlernen, sobald eine Zeit für dich hat. Auch später in der Schwangerschaft lohnt sich die Suche noch.
Welche Fragen sollte ich der Hebamme im Erstgespräch stellen?
Kläre vor allem Erreichbarkeit, Vertretung, Leistungen und Kurse. Also: Wie und wann erreichst du deine Hebamme, wer vertritt sie bei Urlaub oder Krankheit, welche Leistungen bietet sie von der Vorsorge bis zur Wochenbettbetreuung an, und gibt sie Geburtsvorbereitungs- oder Rückbildungskurse. Dazu alles, was dir persönlich wichtig ist, etwa Stillberatung oder eine Begleitung bei der Geburt.
Bin ich nach dem Erstgespräch an die Hebamme gebunden?
Nein, das Erstgespräch ist ein unverbindliches Kennenlernen. Verbindlich wird die Betreuung erst, wenn ihr euch einig seid, meist mit einem Behandlungsvertrag, den dir die Hebamme erklärt. Wenn es nicht passt, darfst du absagen, und auch die Hebamme entscheidet, ob sie dich annehmen kann. Gib in dem Fall zeitnah Bescheid, damit der Platz für eine andere Frau frei wird.

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Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine ärztliche oder hebammenkundliche Beratung. Bei Fragen zu deiner persönlichen Situation wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme.

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